Die Chronik der Schwerttanzgruppe

 

Der Gasteiner Schwerttanz aus historischer Sicht und in seiner heutigen Aufführungsweise und der Verein der Schwerttanzgruppe Böckstein.

 

Der Schwerttanz war in den früheren Jahrhunderten in besonderer Weise geeignet, das Standesbewusstsein der Bergleute zum Ausdruck zu bringen. Zum einen war das Tragen von Schwertern ein Privileg, das sonst keinem Berufsstand gewährt wurde. Dieses seit dem Jahr 1405 verbriefte Waffenrecht hatte seinen Ursprung in den realen Gefahren, denen die Knappen bei ihren Bergmärschen zu den hochgelegenen Gruben ausgesetzt waren. Immerhin waren früher Bären und Wölfe auch bei uns im Gasteinertal eine arge Landplage.

 

Schwerttanz Aufführung im Jahr 1979
Die erste Aufführung im Jahr 1979
Schwerttanz in Böckstein - Aufführung 1979   Schwerttanz in Böckstein - Aufführung 1979   Schwerttanz in Böckstein - Aufführung 1979

 

Zum anderen stärkte der Schwerttanz insoferne das bergmännische Standesbewusstsein, als einer der ihren – und nicht etwa einer Vertreter der Staatsmacht, beispielsweise in der Person des Bergrichters oder Verwesers – „emporgehobenen“ wurde, eine Handlung, der sicher ein ungeheuer großer Symbolcharakter zukam. Dem Schwerttanz geht immer ein bäuerliches Rüpelspiel voraus. Dies beweist, dass die Knappen bei uns keineswegs vermaßte Proletarier waren, sondern stets in den bäuerlichen Lebenskreis durch Nebenerwerbstätigkeiten eingebunden blieben – daher also das bäuerliche Milieu. Warum aber das Rüpelhafte, das Tölpische in diesem Vorspiel? Die Bergleute wollten zweifellos einen Kontrast erzeugen. Sie fühlten sich gegenüber den Nur-Bauern als die Eleganten, Fortschrittlichen, die gewandt genug waren, sogar einen stark stilisierten Tanz aufzuführen. Dieser Tanz wirkt natürlich umso eindrucksvoller, je plumper und derber das vorangehende bäuerliche Vorspiel ist. In gewissem Sinn war es somit eine freundschaftlich milde Verulkung des Bauernstandes, gleichzeitig aber auch eine Ironisierung der eigenen bäuerlichen Herkunft. Der Schwerttanz wurde mit Sicherheit bereits im 15. und 16. Jahrhundert aufgeführt. Erste Details sind aus dem Jahr 1631 überliefert. Damals kam Herzog Albrecht von Bayern mit seiner Gemahlin nach Gastein. Ihm zu Ehren führten die Knappen in Bad Hofgastein beim Gastwirt Caspar Rendl den Schwerttanz auf und erhielten dafür eine Belohnung von 10 Talern.

 

Schwerttanzgruppe 1980   Schwerttanzgruppe 1988
Schwerttanzgruppe im Jahr 1980   Schwerttanzgruppe im Jahr 1988


In der Folgezeit wird der Schwerttanz immer wieder erwähnt, meist aber im Zusammenhang mit den sich regelmäßig anschließenden Raufhändeln, wodurch er schließlich in Mißkredit und in Vergessenheit gerät. In der allgemeinen Euphorie über die Tatsache der endgültigen Unterdenkmalschutzstellung und beabsichtigten Wiederinstandsetzung der historischen Montansiedlung Alt-Böckstein ist im Jahre 1978 die Idee geboren worden, diesen Schwerttanz im Rahmen eines alljährlichen Volks- und Knappenfestes in Mitten Alt-Böcksteins wieder aufzuführen, obwohl damals für die Tanzaufführung, sowie für das Vorspiel keinerlei Hinweise und Anhaltspunkte vorhanden waren. Man hat deshalb auf Anraten von OSTR.Prof.Herbert Lager den Ebenseer Schwerttanz der Salzbergleute und Pfannhauser, der dort heute nicht mehr aufgeführt wird, nach Gastein verpflanzt und hier nach der aus dem Jahre 1937 stammenden Fassung von Dr. Hans Commenda unter Anleitung von Frau Prof. Ilka Peter mit 14 jungen und ambitionierten Böcksteinern, die teilweise der Knappenmusikkapelle angehören oder im Heilstollen beschäftigt sind, einstudiert. Die Verpflanzung bergmännischen Brauchtums in andere Gegenden ist infolge der Wanderung von Bergleuten speziell nach Betriebsstillegungen immer wieder vorgekommen und daher durchaus legitim. Um die Wiedereinführung des Gasteiner Schwerttanzes in dieser neuen Form und besonders auch um die erste Einkleidung der Tänzer hat sich Dir. H. Volgger, der damalige Leiter des Salzburger Bildungswerkes in Bad Gastein, besondere Verdienste erworben. Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den leider bereits verstorbenen Hofrat Peter Sika, der 1979 zum Obmann des Vereines Montandenkmal Alt-Böckstein bestellt wurde und der es schaffte, was kaum einer für möglich hielt, nämlich die Restaurierung und Erhaltung der Montansiedlung Alt-Böckstein. 1990 wurde die neue Vereinsfahne von Herrn Hofrat Sika und seiner Gattin gestiftet und die Patenschaft von Frau Sika dankenswerter Weise übernommen.

 

Die Böcksteiner Schwerttänzer haben sich vor 36 Jahren zu einem eigenen Verein unter Führung des ersten Obmannes Hannes Horn zusammengefunden. Seit damals wird alljährlich das Böcksteiner Volks- und Knappenfest mit der Aufführung des historischen Schwerttanzes der Böcksteiner Knappen erfolgreich durchgeführt. Ein wesentlicher Höhepunkt des Vereines war die Durchführung des 4. Östereichischen Knappen- und Hüttentages im Jahr 1991. 1996 hat Alexander Neustifter die Funktion des Obmannes übernommen und führt seither die Geschicke des Vereines.

 

 

 

Die Höhepunkte aus 40 Jahren

1979

1988

1990

1991

1992

 

1994

1997

1998

1999

2000

 

2001

2002

2003

 

2004

2005

 

 

 

2006

2007

 

 

2008

 

 

2009

2010

2011


2014

2015

2016

2017

1. Aufführung des historischen Schwerttanzes in Alt-Böckstein

10-jähriges Jubiläumsfest

Großes Fest mit Einweihung der neuen Vereinsfahne

Ausrichtung des 4. Österr. Knappen- und Hüttentages

Fahrt nach Schwalbach/BRD, 125 Jahre Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara

5. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Köflach/Stmk.

6. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Altaussee/Stmk.

Bergparade anlässlich 50 Jahre Stadtjubiläum in Eisenerz/Stmk.

7. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Pöllau/Stmk.

75-jähriges Jubiläum der Knappenmusikkapelle
Radhausberg Böckstein

8. Österreicher Knappen- und Hüttentag in Bad Ischl/OÖ

12. Europäischer Knappen- und Hüttentag in Arnoldstein/Ktn.

25-Jahr-Jubiläum

50 Jahre Bergknappenverein Hausruck-Holzleiten-Bruckmühl/OÖ

10. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Hüttenberg/Ktn.

11. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Geboltskirchen/OÖ

Jubiläum Grafitbergbau Kaiserberg

Gaufest der Pongauer Heimatvereine in Altenmarkt/Pg.

25 Jahre Goldgräber Rauris

50 Jahre Gasteiner Schützen Dorfgastein

Einmaliges Auftreten der neu gegründeten Schwerttanzpass

am 6. Dezember 2007 anlässlich 30 Jahr Jubiläum

Großes 30 Jahr Jubiläum

13. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Wolfsberg/Ktn

100 Jahre TMK Strochner Dorfgastein

14. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Trieben/Stmk.

15. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Fohnsdorf/Stmk

16. Österreichischer Knappen- und Hüttentag

in St.Stefan ob Leoben/Stmk.

18. Österreichischer Knappen- und Hüttentag In Kitzbühel/Tirol

Knappenfest in Böckstein - Jubiläum der Knappenkapelle

19. Österreichischer Knappen- und Hüttentag in Voitsberg/Stmk

Jubiläumsfest der Pongauer Volkskultur in St.Johann/Pg.

40 Jahre Dachvervand - Bergparade in St.Martin im Sulmtal/Stmk

 


Seit 1979 wird alljährlich das Böcksteiner Volks- und Knappenfest mit der Aufführung des historischen Schwerttanzes der Böcksteiner Knappen durchgeführt. Weiters nahm man natürlich über all die Jahre bei unzähligen örtlichen Veranstaltungen und Vereinsjubiläen teil.

 

 

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